Der Baum deiner Kompetenzen
- Monika Schwarz

- 26. Feb.
- 4 Min. Lesezeit
Vielleicht musst du nicht mehr werden – sondern erkennen, was längst in dir gewachsen ist.

Manchmal sitzen wir da und überlegen. Wir suchen unsere Stärken oft im Außen. In Zertifikaten. In Rollen. In Titeln. Wir reden so oft über Ziele. Über Karriere. Über Selbstoptimierung. Aber sind wir ehrlich, kaum jemand zeigt uns, wie wir erkennen, was bereits in uns gewachsen ist, oder selten fragt uns jemand: Wie tief reichen eigentlich deine Wurzeln?
Der Baum der Kompetenzen ist eine einfache Coaching-Methode. Ich liebe sie und habe sie schon so oft verwendet. Sie braucht kein Zertifikat. Kein Vorwissen. Kein perfektes Mindset. Was es braucht ist Ehrlichkeit. Etwas zu schreiben und ein Blatt Papier. ツ
Diese Übung kannst du ganz gut alleine machen. Immer wieder. In verschiedenen Lebensphasen. Du kannst sie aber auch mit deinen Liebsten machen. Auch mit einer lieben Freundin, die vielleicht gerade etwas Unterstützung in Entscheidungen braucht? Mit deinen Kindern, bevor sie ins Berufsleben starten. Oder allgemein mit jungen Menschen, die noch gar nicht wissen, was sie „werden“ wollen. Denn vielleicht geht es gar nicht darum, etwas zu werden. Sondern zu erkennen, was längst angelegt ist.
Den die Methode "Der Baum der Kompetenzen" macht sichtbar:
Welche Stärken dich schon dein ganzes Leben begleiten
Welche Fähigkeiten durch Erfahrung gereift sind
Welche Talente noch wachsen wollen
Und was dich unverwechselbar macht
Sie schenkt Orientierung, wenn du zweifelst. Sie bringt Klarheit, wenn du dich vergleichst. Und sie stärkt Selbstvertrauen – nicht durch Motivation von außen, sondern durch Erkenntnis von innen. Das ist keine Momentaufnahme. Es ist ein lebendiges Bild deiner Entwicklung. Und das Schöne daran? Du kannst deinen Baum immer wieder neu betrachten. Er wächst mit dir.
1. Deine Wurzeln – das, was schon immer da war
Bevor du irgendetwas gelernt hast. Bevor du dich beweisen wolltest. Bevor Leistung wichtig wurde. Was konntest du schon immer gut? Vielleicht warst du als Kind diejenige, die vermittelt hat. Die gespürt hat, wenn etwas nicht stimmte. Die Verantwortung übernommen hat. Die kreativ war. Die Fragen gestellt hat.
Die folgenden Fragen stehen für die Wurzeln:
Was hast du schon immer gekonnt?
Was haben dir deine Eltern mitgegeben?
Was sind deine Kraftquellen?
➼ Hier geht es um das Ursprüngliche. Nicht angelernt – sondern angelegt.
2. Dein Stamm – was sich entwickelt hat
Aus deinen Wurzeln ist etwas gewachsen. Durch Erfahrungen. Durch Umwege. Durch Fehler. Durch Reife. Vielleicht hast du gelernt, Grenzen zu setzen. Vielleicht hast du gelernt, Verantwortung für dein Leben zu übernehmen. Vielleicht hast du gelernt, dass „stark sein“ nicht bedeutet, alles allein zu tragen. Der Stamm ist das, was dich heute trägt.
➼ Nicht perfekt. Aber stabil. Er ist gewachsen – mit jedem Kapitel deines Lebens.
Beim Stamm stelle dir folgende Fragen:
Was hat sich aus deinen Wurzeln entwickelt?
Welche Kompetenzen haben sich durch Erfahrungen gefestigt?
Wo übernimmst du heute Selbstverantwortung?
➼ Hier entsteht Stabilität. Halt. Reife. Integrität.
3. Deine Krone – was sichtbar wird
Und dann kommt der Teil, den andere sehen: Die Früchte. Das, was du weitergeben kannst. Deine Erfahrung. Dein Wissen. Deine Haltung. Deine Art, Dinge zu sehen. Vielleicht sind da auch junge Triebe – Talente, die erst jetzt ans Licht kommen. Blüten – Wünsche, die noch zart sind. Blätter – Dinge, die dich tief berühren und bewegen. Nicht alles muss sofort Frucht tragen. Manches darf einfach wachsen.
Im Bereich der Krone stelle dir folgende Fragen:
Früchte: Was kannst du weitergeben? Was brauchen andere von dir?
Junge Triebe: Welche Talente wollen noch wachsen?
Äste: Wie zeigst du dich in Beziehungen – zu dir und zu anderen?
Blüten: Was wünschst du dir? Was darf noch entstehen?
Blätter: Was bewegt dich emotional? Was berührt dich tief?
4. Deine Lebensenergie & Ziele
Und dann sind da noch die Lebensenergie und die Ziele. Ein Baum wächst nicht, weil er muss. Er wächst, weil er genährt wird. Also darfst du hier folgende Fragen stellen:
Was gibt dir Energie?
Was sind deine Berufs- und Lebensziele?
Wo fliesst deine Kraft – und wo versiegt sie?
5. Dein USP (Unic select point) – dein unverwechselbarer Kern
Und zu guter Letzt gibt es noch etwas. Etwas, das man nicht lernen kann.
Deine Mischung. Deine Geschichte. Deine Art, zu fühlen. Deine Art, zu führen. Deine Art, Menschen zu sehen. Das ist dein USP. Nicht laut. Aber kraftvoll. Man würde dich nicht wegen eines Diploms wählen. Sondern wegen deiner Präsenz.
Also frage dich:
Was unterscheidet dich wirklich? Nicht nur fachlich. Sondern menschlich.
Was bringst du mit, das man nicht lernen kann?
Warum genau dich?
Auch wenn es im ersten Moment etwas egoistisch wirkt. Das darf so sein. Denn es sollte ehrlich und kraftvoll sein und denke dabei immer gross. Ich bin der festen Überzeugung, in jedem Menschen steckt so viel mehr Potenzial als wir oft selber erkennen - also - hol alles aus dir raus und trau dich! Betrachte auch deine Hobbys. Den da liegen oft auch ganz viel versteckte Talente!
Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, dich neu zu betrachten
Nicht als Lebenslauf. Sondern als gewachsenen Baum. Mit tiefen Wurzeln. Mit Narben im Stamm. Mit Ästen, die mutig in den Himmel greifen. Vielleicht hast du deine Wurzeln lange übersehen. Vielleicht hast du deine Früchte nie gefeiert. Es ist nie zu spät. Du bist nicht zu spät. Du bist gewachsen. Und vielleicht beginnt genau hier dein nächstes Kapitel.
Im beigefügten Dokument darfst du deinen eigenen Baum der Kompetenzen entstehen lassen – mit all den Fragen, die dich tiefer führen. Es ist mehr als eine Übung. Es ist eine Begegnung mit dir selbst.
Diese Methode hilft dir, dein Leben nicht länger zufällig zu betrachten, sondern als gewachsenen Prozess. Sie bringt Ordnung in deine Erfahrungen, stärkt dein Vertrauen in dich – und erinnert dich daran, was du alles in dir trägst. Viel Freude und Spass beim beschreiben deines Baumes!

Du musst nichts Neues werden. Du darfst erkennen, wer du längst bist! ツ
Zum Schluss möchte ich dir noch ein treffendes Zitat von Ralph Waldo Emerson mitgeben:
„Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt.“
Von Herzen ♥ Monika, dein Mentor & Coach



